Cloud Lifting

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Gedankenfixativ (II)

3. November 2013

… identifiziert er sich mit den Wolken, dann nur kurz, denn sie lösen sich ständig auf im Wandel der wasserhaltigen Lüfte. Die geistige Arbeit weilt wohl unter der rückseitigen Farbschicht? Wie wenn er seine kreative Situation unterwandern wolle und sich zugleich die aneinandergereihten Momente ganz natürlich wie von selbst dabei aufheben müssen. Genauso wie es eben Wolken immerzu tun, schalten und walten, himmlische Geschäfte machen, die keine Rolle spielen. Nur eine vorbeiziehende Wolke kann seine radikale Bildsprache übersetzen, so leise und transparent, wie der Gedanke, sein Gedanke, funktioniert. Versteht ihr, was er meint? Man identifiziert sich selbst mit einer symbolischen Kraft, solange sie rätselhaft bleibt, verschwindet und anderswo wieder auftaucht. Er steht dann nicht mehr davor, vor dem Bild, er ist bereits eingetreten. Er hat das Bild betreten und konnte es mitnehmen zu sich nach Hause ins Wohnzimmer des Kleinhirns. Dort hängt es in seinen Gedanken solange, bis er es dupliziert verarbeitet hat. Und danach ist es entschwunden wie Wasser verdampft ungreifbar ins Nichts der zirkulierenden Gedankenlüfte.

Dortmund, 22.12.2013 (1.Fass.), Ach, 03.11.2013 (2.Fass.)

Blog:  http://günther-reil.com/2013/11/gedankenfixativ/

 

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