Volle Ladung

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Tier im Maler

6. März 2013

Actionpainting ist für mich ein Malduktus der gestischen Action und muss nicht immer eine zuordnende Deutung des Bildinhalts enthalten. Also eine befreiende, impulsive Spontanmalerei, die der seelischen Stimmung gut tut, solange diese nicht zu sehr mit hoher Konzentration an Genauigkeit und Vorplanung gebunden ist. Ich arbeite dazu an vornehmlich großen Formaten, das natürlich auch einen ausdauernden und anstrengenden Körpereinsatz erfordert. So entstehen dabei meist informelle Arbeiten, manchmal auch mit einem Anklang von Symbolik.

Je mehr Wunschvorstellungen eingebracht werden, desto schwieriger ist es, ein ersehnt, „gutes“ Ziel zu erreichen. Entstandene Fehler kosten zusätzliche Energie, die dann als negative Einstellung zur eigenen künstlerischen Arbeit sehr schnell in emotionalen Frust enden können. Dann leiden nicht nur die Gedanken an der misslungenen Tat, sondern auch rückwirkend, das Bild als Spiegel der eigenen Befindlichkeit.

Bei einer Gemäldeserie im Januar 2003 mit dem Titel „Burning Desert“ übergoss ich ca. 20 Acrylgemälde mit brennbarem Aceton, die in einem Schneefeld ausgelegt wurden. Nach dem Anzünden fingen die bemalten Oberflächen an, sich langsam in der Hitze der Flammen zu verschmoren. Kurz vor dem durchbrennen der Leinwände löschte ich die brennenden Gemälde unaufhörlich mit dem pulvrigen Schnee. Diese beabsichtigte Aktion war unberechenbar und erbrachte ein Ergebnis an dem ich anschließend ebenso „Actionpainting –improvisiert“ mit weiteren „Überraschungen“ weiterarbeiten konnte.

Ach, 11.04.2012 (1. Fassung)



		
		

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