Schüttlasur

Schüttlasur

Kunstwerk und Kunsterlebnis

12. Januar 2013

Irgendetwas, ein Drang, zwingt mich zu malen – ich nenne es „Sucht“. Im Moment des Malens bin ich einem inneren Zwang unterworfen. Dieser Vorgang hat aber auch etwas mit Befreiung, Entschlossenheit, Befriedigung, Gleichlosigkeit und Glücklich Sein zu tun. Es ist nicht einfach, sich frei und ohne Angst, sich seinen unvergleichlichen Gefühlen hinzugeben, ohne irgendetwas nachzuvollziehen oder zu kopieren. Wenn folglich also das Gegenständliche beim Malen langsam verschwindet, dann erreiche ich ein persönlicheres Ziel. Für mich ist Kunst ausschließlich momentan erlebbar und eigentlich nur als einzelne Person alleine im Tun erfassbar. Selbst in einer Gruppendynamik lebt der kreative Vorgang gesondert im einzelnen Bestandteil. Das heißt, ich erlebe, ich male, ich lebe für mich selbst. So ist ein entstandenes Bild, eine abgeschlossene Tat also nur noch ein übrig gebliebener Gegenstand. Diese fertige Arbeit ist nicht mehr Kunst, es ist ein Werk der Kunst, ein Kunstwerk. Das Geschehnis selbst „war“ ein Kunsterlebnis vergangener, kreativer Taten.

 Ach, 10.01.2013 (3. Fassung)
Buchauszug, Abhandlung zu "Informelle Malerei" 2013
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